Die Vorbereitung

Ein Thruhike auf dem Pacific Crest Trail verlangt einiges an Vorbereitung. Ich habe mich fast ein Jahr lang intensiv damit beschäftigt alles zu regeln, was vor der Abreise geregelt werden muss. Hier habe ich einmal aufgelistet, was dazu gehört.

Mein erster Schritt war eigentlich eine Kostenaufstellung (Danke Cora! 😄). Im Juni 2017 habe ich zum ersten Mal schwarz auf weiß gesehen, dass ich mir den Trip leisten kann, wenn ich SOFORT anfange zu sparen. Das habe ich dann getan.

Darauf folgte ein Gespräch mit meinem Chef. Da ich mit meiner Arbeitsstelle sehr zufrieden bin, wollte ich ungern kündigen. Zum Glück unterstützt mein Chef mein Vorhaben: Ich habe fünf Monate Urlaub genommen, vier davon unbezahlt.

Als nächstes habe ich mich um ein Visum gekümmert. Damit ich länger als drei Monate in den USA reisen darf, brauche ich ein B1/B2 Visum. Allein für das Ausfüllen des Formulars habe ich über zwei Stunden gebraucht! Nach der Einreichung musste ich eine Gebühr von rund 130 Euro bezahlen und zu einem persönlichen Interview in das US-Konsulat nach Frankfurt reisen. Dort waren aber alle sehr nett – und nach zwei Stunden anstehen und drei Minuten Interview hatte ich das Visum in der Tasche.

Am 01. November um 19 Uhr öffnete die Pacific Crest Trail Association die Bewerbung für die Startplätze, für alle, die mehr als 500 Meilen auf dem PCT wandern möchten. 35 Genehmigungen werden pro Tag vergeben, denn es sollen nicht alle Hiker auf einmal loslaufen. 15 weitere werden dann noch im Januar vergeben. Der Run auf die Permits schien so groß, dass ich mich fühlte, als würde ich versuchen erste-Reihe-Tickets für Paul McCartney zu ergattern. Die Seite stürzte mehrmals ab und erst im dritten Durchgang konnte ich mir einen Startplatz für den 17. April sichern.

Kurze Zeit später habe ich meinen Flug gebucht. Damit ich keinen Stress bei der Einreise bekomme, habe ich auch direkt einen Rückflug mitgebucht: hin nach San Diego, zurück ab Vancouver.

Die meiste Zeit habe ich allerdings in das Finden, Untersuchen, Ausprobieren und Zulegen von Ausrüstung investiert. Auf dem PCT kann ich nicht einfach alles einpacken, was ich will. Die Entscheidung über jedes einzelne Ausrüstungsteil will wohl überlegt sein. Sehr geholfen hat mir die Gear-Survey von Halfway Anywhere – hier werden jeweils die fünf am häufigsten genutzten Produkte vorgestellt – und natürlich die verschiedenen Facebook-Gruppen. Meine eigene Gearlist gibt es übrigens hier.

IMG_9810

In San Diego werde ich von den Trail Angels Scout und Frodo in Empfang genommen. Das Ehepaar wohnt in San Diego und macht in den populärsten Startmonaten April und Mai nichts anderes, als Hiker zu empfangen, bei sich übernachten zu lassen und nach Campo, den südlichen Startpunkt des PCT zu bringen. Dafür habe ich mich im Kalender der beiden registriert und freue mich schon, die beiden kennen zu lernen.

Da ich – wenn alles gut läuft – also bis nach Kanada laufen werde, benötige ich eine Canada Entry Permit. Diese erlaubt es mir, zu Fuß auf dem PCT nach Kanada einzuwandern.

Die California Campfire Permit brauche ich, wenn ich in Kalifornien einen Gaskocher verwenden oder ein Lagerfeuer machen möchte.

Und wo wir schon bei Bürokratie und notwendigem Übel sind: Meine Langzeit-Auslandsreiseversicherung habe ich bei der AXA abgeschlossen.

Auch meine Wohnung habe ich untervermietet. Zum Glück habe ich schnell eine nette Zwischenmieterin gefunden und auch die Zustimmung meines Vermieters bekommen.

Zu guter Letzt: Training. Ja, ich habe versucht mich ein bisschen vorzubereiten und wenigstens einigermaßen fit zu sein. Dafür mache ich beim Original Bootcamp mit und gehe darüber hinaus mindestens zwei Mal die Woche laufen. Der Rest muss auf dem Trail kommen…